Kesser Kobold, fast vergessen
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in memoriam ...

Folgende Lakritznasen warten am Fuß der Regenbogenbrücke:

Anni
Beauty Girl (Butz)
  Beverly 
Constanze
Exciting Girl Emma



Wir sind traurig
und voller Mitgefühl für die Besitzer...


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Hier sei der treuen Weggefährten gedacht, die unser Leben bereichert haben:

Es begann1970 mit dem Dalmatiner Lord.
Ich wollte eigentlich einen Bullterrier, doch die waren zu der Zeit rar und viel teurer, als ich gedacht habe. Von Kampfhundhysterie sprach niemand... Mein "Haushaltsvorstand" genehmigte mir nicht die benötigten Sachmittel;-))". Also wollte ich ein gutes Werk tun und einen Hund aus dem Tierschutz nehmen. Natürlich sollte er, weil ich damals des öfteren mit Bargeld unterwegs war, Schutzhundeigenschaften haben. Oh ja - es gab eben jenen Dalmatiner. Er sei eine stattliche Erscheinung - das war er. Und er sei bestimmt verteidungsbereit - das war er nicht. Er war schön und er war lieb, aber er sah einem "Scheinangriff" auf mich zwar sehr interessiert, aber völlig "tatenlos" zu... Der Zufall wollte es, dass das Altenheim in der Nähe einen lieben Gesellschafter für die Bewohner suchte... Schweren Herzens trennte ich mich nach nur knapp einem Jahr von ihm.
Zehn Jahre später - wir waren inzwischen weiter weggezogen, und ich hatte inzwischen längst doch meinen sehnlichst gewünschten Bullterrier, traf ich Lord noch einmal: er war ein offensichtlich sehr zufriedener, sehr geliebter, sehr gepflegter Hundesenior, und seine Erscheinung zeigte mir, dass mein damaliger Entschluss richtig war...
...denn der Hund an meiner Seite war seit 1971
Artus vom Leinenweber, ein roter Bullterrierrüde, der all das für mich verkörperte, was ich mir vorgestellt hatte: er war unerschrocken, dabei  unglaublich lieb, einfühlsam und verschmust zu "seinen" Leuten. Er hatte grenzenloses Vertrauen zu mir; Vertrauen, das so weit ging, dass er eine Zahnreinigung mit Ultraschall (mit 9 Jahren die erste und einzige, die bei seinem prachtvollen Gebiss überhaupt fällig war) geduldig und völlig ohne Beruhigungsmittel erduldete. Eine später notwendig werdende Operation zweier Tumore, die aufgrund seines inzwischen sehr schlechten Allgemeinzustandes entweder gar nicht oder nur mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden konnte, ertrug er ebenso geduldig. Er lag über eine Stunde lang still in meinen Armen - nur mit örtlicher Betäubung.  Die Operation konnte ihn nicht retten. An der einen OP-Stelle bildete sich mit dramatischer Schnelligkeit eine Geschwulst, die schließlich die Größe eines halben Fußballs erreichte. Artus erwachte eines Morgens. Er war sehr schwach. Es gelang ihm kaum mehr, die Treppe zum Garten hinabzugehen. Er verlor Kot. Der Besuch beim Tierarzt wandelte die befürchtete Vermutung in traurige Gewissheit: keine Chance mehr. Ich nahm ihn noch einmal mit nach Hause. Nichts überstürzen. Dann, später, der letzte Besuch in der TA-Praxis. Musste ich ihn zwei Stunden zuvor noch hineintragen, so ging er dieses Mal so hinein, wie er immer hineingegangen war: stolz und aufrecht. Zwar langsam, schleppend, aber es war für ihn ein ganz normaler Besuch in der Praxis. Ruhig schlief er im Alter von 13 1/2 Jahren unter unseren streichelnden Händen  ein.
Kurz zuvor hatten wir die Bullterrierhündin Dina von Arizona angeschafft.  Ihr kurzes, dramatisches Intermezzo ist in meiner Geschichte "Bullterrierjahre" nachzulesen...

So, nun wollten wir in Urlaub fahren, und zwar in die skandinavischen Länder, in die damals eine Reise mit Hund nur nach langer Quarantänezeit, die wir unserem Vierbeiner niemals zugemutet hätten, möglich war. OK. Nach drei Tagen kam mein Mann nach Hause mit der Frage: "Hast Du Dich denn schon nach einem neuen Bulli umgehört?" Nein, ich hatte nicht. Wir wollten doch in Urlaub - nach Skandinavien... "Ja", erwiderte mein Mann, "wir fahren in Urlaub. Aber wieder nach Frankreich. Mit Hund". Ups. Da stand ich nun. Bullterrier waren noch immer Raritäten in Deutschland. Woher also einen bekommen? Die ersten Anrufe: frustierend erfolglos. Einer bei einem  wohl nicht sehr seriösen Züchter: "Da muss ich erst Mal schauen, was ich noch dahabe". Aha. Nein Danke. Doch dann bekamen wir Kunde von "ihm" - Elliot von der Immerheide. Anruf beim Züchter. "Ja, er ist noch zu haben. Aber er geht nur in Kennerhände". Waren wir. Und wir waren noch mehr: wie waren die Besitzer von Artus vom Leinenweber, und der wiederum war der Wurfbruder von Astrid vom Leinenweber, Elliots Ur-Ur-Ur-Großmutter. Klar, wir bekamen ihn. Und er blieb viele lange Jahre bei uns. Nach ein
               r
                  Elliot und seine kleine Mini-Mini-Zwergschnauzerdame Trixi - 
                                    er: ca. 32 kg, sie: ca. 3,5 kg


Elliot von der Immerheide

Trixi (Carola vom Brauneishaus)

Trixi beim Bauchtanz
 

paar Jahren  wuchs in uns der Wunsch nach einem Zweithund. Ein Zweithund - zu Elliot? Jenem Burschen, der nach ziemlich schmerzhaften, schlechten Erfahrungen mit Artgenossen ein absoluter Einzelgänger und - zugegebener Weise und gelinde gesagt - ein Raufer war? Allerdings: sehr kleine Hunde duldete er, ja, er ließ sich sogar hinab, mit ihnen zu spielen. Also - vielleicht einen sehr kleinen Zweithund, oder- besser gesagt, eine -hündin? Nun gut. Vielleicht eine aus dem Tierheim?  Das war leichter gesagt als getan. Trotz Ferienzeit gab es in neun! "abgeklapperten" Heimen nichts Geeignetes. Der Zufall kam uns zur Hilfe. Wir erfuhren von einer Zwergschnauzerhündin in Süddeutschland. Sieben Monate alt, und für die eigentlich mit ihr vorgesehene Zucht (oder besser vielleicht - Vermehrung ) viel zu klein geblieben.  Der "Züchter" überredete uns wider besseren Wissens, das Hündchen per Bahn zu senden. Er mache das immer so, und es sei wirklich in Ordnung. Hm. Trotz unserer Skepsis willigten wir ein. Und dann kam der Anruf der sehr, sehr netten Bahnbeamten, bei denen mein Mann schon am frühen Morgen die Ankunft der "lebenden Fracht" avisiert hatte. Sie hatten die kleine Kiste in ihr Büro genommen, damit der Inhalt in der zugigen Frachthalle nicht frieren musste. Damals wohnten wir in einem Häuschen, dessen Garten, bedingt durch eine Hanglage, durch die ausgebauten Kellerräume zu erreichen war. In einem dieser Kellerräume stand eine alte Kommode, und in diesem Kellerraum wurde nun das Kistchen geöffnet, um den Inhalt gleich in den Garten lassen zu können - immerhin hatte die Bahnreise mehr als zwölf Stunden gedauert. Meinem Mann sprang ein schwarzes, winziges Etwas entgegen und war, bevor er überhaupt Genaueres sehen konnte, schwups, unter der Kommode verschwunden, wo es wohl den Rest seines Lebens verbringen wollte. Ich weiß nicht mehr, nach welcher Zeit und mit welchen Tricks es uns schließlich gelungen ist, dieses verängstigte Bündel Leben ans Tageslicht zu befördern. Ich weiß nur, dass ich nie, nie, nie wieder in meinem Leben einen Hund nicht selber abhole. Trixi, so nannten wir die kleine Zwergin, hatte in ihrem bisherigen Leben so gut wie gar nichts kennen gelernt. Und Trixi hatte Angst vor allem und jedem. Na ja, fast vor allem und jedem. Vor anderen Hunden hatte sie keine Angst. Im Gegenteil. Wahrscheinlich hatte sie es einzig und allein ihrem Mut ihnen gegenüber zu verdanken, dass sie noch lebte. Dass sie mutig das kleine bisschen Futter, das sie benötigte, den stärkeren Hunden, die mit ihr in jener Scheune, in denen es keine weiteren Kontakte gab, abtrotzte. Sie hatte auch keine Angst vor Elliot. Als er den Raum betrat, stürzte sie keifend und kneifend auf ihn los. Sichtlich irritiert stand er da. Was war das denn nun? Ein scharfes "Pfui" meinerseits hatte ihn vorgewarnt, dass dieses Etwas tabu war und unter meinem persönlichen Schutz stand - ganz ähnlich wie jene Papageienkinder, die ich einmal von Hand aufziehen musste und die seine Neugier weckten. Es war nahezu unmöglich, ihn von ihnen fernzuhalten, bis ich ihm schließlich mit dem Gedanken "Schicksal nimm deinen Lauf" gestattete, die Küken näher zu betrachten. Ich hatte sie gerade mit Brei gefüttert. Elliot beschnüffelte jenes, welches ich ihm vor den mächtigen Kopf hielt; dann fuhr seine Zunge heraus und es machte "SCHLAPP". Nein, der kleine Papagei blieb nicht an der Zunge hängen, und er verschwand nicht im breiten Bullimaul. Überaus sorgfältig und mit unglaublicher Vorsicht leckte Elliot diesem merkwürdigen Wesen, das mehr wie ein Alien denn wie ein Vogel aussah, das Schnäbelchen trocken. Von Stund an war er zu jeder Fütterung der Papageichen anwesend, um sie allesamt anschließend zu säubern... Nun aber zurück zu Trixi. Elliot war also sichtlich irritiert und zog es vor, sein Heil in der Flucht zu suchen. Er - sein Heil in der Flucht! Ein Widerspruch in sich. Elliot stand immer wie ein Fels in der Brandung, egal, was auch geschah. Ich sehe ihn noch auf der Rückbank unseres Pick-Ups sitzen. Ein mächtiger LKW hatte die aufgesetzte Wohnkabine bei einem Auffahrunfall so heftig gegen die Rückwand des Pick-Ups geschoben, dass (nicht nur) die Scheibe zu Bruch ging. Da saß er nun - unerschütterlich ruhig - inmitten der Glaskrümel und blickte seitlich neben sich ein klein wenig erstaunt  auf den Sitz. Dann wandte er den massigen Kopf, um auf der anderen Seite an sich herabzublicken. Das war seine einzige Reaktion. Trixi hingegen war mit einem Satz über die Rückenlehnen nach vorne in den Fußraum gesprungen, wo sie ängstlich zitternd, mit vor Schreck geweiteten Augen, zusammengekauert hockte...
Zu jener Zeit hatten die beiden schon längst Freundschaft geschlossen. Er liebte das kleine Persönchen auf seine Weise: scheinbar schien sie ihm völlig gleichgültig zu sein, aber als ich ihr einmal aus Versehen auf's Pfötchen trat und sie vor Schmerz aufjaulte, stürmte er wie ein Berserker die Treppe hinab, die breite Brust noch breiter als gewöhnlich, und auf dem Rücken eine nichts Gutes verheißende Bürste. Vor Zorn schnarchend suchte er nach dem Übeltäter. Er fand nur mich - und mir traute er ja nichts Böses zu - wedelte mich kurz an, um dann weiterzustürmen. Zum Glück fand er niemanden;-)....

Es kostete mich unendliche Mühe, Trixi Selbstvertrauen zu geben. Aber - nicht zuletzt auch mit Elliots Hilfe - ist es mir gelungen. Sie wurde einer der ersten, recht erfolgreichen, Mini-Agility-Hunde in Deutschland... Beim ersten Turnier floh sie noch vor dem im Wind schlagenden Absperrband vom Tisch, später war sie sogar "schussgleichgültig"...

Elliot starb mit 12 Jahren und einem Tag. Die milde Maisonne, die ihn auf dieser Welt empfangen hatte, schien auch auf sein rotes Fell, als er sie unter unseren streichelnden Händen verlassen musste.

Schon einen Tag später trat unsere Rhodesian-Ridgebackhündin Umbani Beira in unser Leben, und nach einiger Zeit kam Leon dazu.

Trixi wurde fast 14 Jahre alt. Noch zwei Tage vor ihrem Tag absolvierte sie in unserem Garten mit großer Freude und immer noch erstaunlicher Geschwindigkeit den Agility-Slalom... --- Ich hätte nie gedacht, dass ein solch kleiner Hund eine solch große Lücke hinterlassen kann...

Mein Mann und ich waren uns darüber einig, dass  eigentlich zwei Hunde optimal sind. Zwei Hunde hatten wir - Beira und Leon. Also: nein, es gibt keinen kleinen Hund mehr dazu. Und wenn vielleicht doch? Was für einen? Schon seit längerem hatte sich in meinem Kopf das Bild eines kleinen, kessen Koboldes, den ich aus Kindertagen kannte, festgesetzt: es war der Affenpinscher. Jeder "normale" Zwergschnauzer war ja größer als Trixi, und einen der kleinen Terrier wollte ich nicht. Na ja, man kann sich ja mal für einen Affenpinscher interessieren. Ca. drei Stunden hielt unser Vorsatz, keinen kleinen Hund mehr anzuschaffen. Dann telefonierte ich durch die Gegend, surfte durch die Weiten des Internet... und fand heraus, dass es in ganz Deutschland keinen Affenpinscherwelpen gab. Aber ich hatte Glück: Familie Hey war dabei, ihre Äffchenzucht zu verkleinern, und wir durften eine ihrer jüngeren Hündinnen haben... So "düsten" wir noch am Todestag von Trixi vom Ruhrgebiet aus in die Eifel. Und so begann die Geschichte unserer Liebe zu den kleinen, kessen "Lakritznäschen"...

 


 
Kesser Kobold - fast vergessen
Diese Seite ist einer Hunderasse gewidmet, die gerade hier im Mutterland ihres Entstehens ziemlich in Vergessenheit geraten ist...
 
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