Kesser Kobold, fast vergessen
Rassebeauftragte des PSK
Gästebuch
Artikel aus den Kieler Nachrichten
in memoriam Xelina vom Pfefferhäuschen - 4.7.1998 - 13.1.2014
...über mich
Jessica G. James
My Fair Lady Maskottchen, WT 3.6.2004
Candy Girl
Fancy Girl, WT 20.2.2011
Viel geschmähtes "Amerika"
Carlos
Charlotte
Clarissa (Clara)
Duke
Dave
Django
Lakritznase Emil = Pix
Neues von den Lakritznasen, die nun in eigenen Familien leben...
D-Wurf
E-Wurf vom 26.1.2010
F-Wurf vom 20.2.2011
Graf Gizmo
G-Wurf vom 17.7.2012
Mami passt auf...
Babybilder (B-Wurf)
wie der Name entstand...
Kontakt
Lakritznase C-Wurf vom 6.6.2007
Rhodesian Ridgeback-Hündin Aisha, WT 21.6.07
in memoriam Leon
In memoriam Umbani Beira
in memoriam ...
Bullterrierjahre Teil I
Bullterrierjahre Teil II
Bullterrierjahre Teil III
Die Wahrheit über Kampfhunde...
Jahressiegerauslese PSK 2008
Gedanken zu Ausstellungen...
Sommervergnügen
Lakritznasetreffen 2012
Impressum Disclaimer
Counter
Datenschutzerklärung
GEA - Gemeinschaft zum Erhalt des AP
Lakritznasetreffen 2017
 

Viel geschmähtes "Amerika"

 

Viel geschmähtes „Amerika" 
(hier gemeint: USA)


Nachdem 2000 unsere Mini-Mini-Zwergschnauzerhündin Trixi starb, erinnerte ich mich bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin an den guten, alten Affenpinscher. Damals wusste ich nicht, dass dieser „kesse Kobold“, so wie ich ihn nenne, bei uns kaum mehr bekannt ist und es nur sehr wenige Züchter gibt, die sich hier – in seinem Ursprungsland - um seinen Fortbestand bemühen. Durch einen glücklichen Umstand bekamen wir unsere Xelina vom Pfefferhäuschen (noch heute: 1000 Dank für diesen Schatz, Familie Hey!), und ich begann, mich näher mit dieser wundervollen und so gut in die heutige Zeit passende Rasse zu beschäftigen und sie schließlich zu züchten. Begierig sog ich alle Informationen, die ich bekommen konnte, in mich auf, und auf einmal stand sie mächtig im Raum: die Warnung vor Amerika (sprich: USA)! Hüte Dich vor Hunden von dort! Es sind gar keine richtigen Affenpinscher! Die Amis kreuzen alles Mögliche ein, ... und...und...und... Und dann lernte ich IHN kennen: den ersten „fürchterlichen“ Amerikaner. Leibhaftig stand er da: ein wundervoller Affenpinscher, und, so wie ich heute, nach langem „Auseinandersetzen“ mit dem Standard (ja, ja, mit dem FCI-Standard) weiß, ein hervorragend in diesem Standard stehendes Exemplar, mit einem offenen, zauberhaften, charmanten Wesen. Seiner Besitzerin schlug hier in Deutschland ein eisiger Wind entgegen, und ich war für lange Zeit die einzige hiesige AP-Züchterin, die Kontakt zu ihr hatte. Und: ich war immer noch skeptisch. Zu sehr hatte ich all das im Ohr, was da aus Amerika kommen und uns unsere alte „treu-deutsche“ Rasse „versauen“ sollte (obwohl dieser Rüde dann auch noch die „Crufts“ in London gewann).... Dann kam noch ein Rüde aus Amerika – ebenfalls für mich ein absoluter „Traumhund“. Und offensichtlich wohl nicht nur für mich – die Erfolge beider Rüden und ihrer Nachkommen auf „internationalem Parkett“, auch hier in Deutschland!, waren (und sind) ohnegleichen, und in mir wuchs der Wunsch, einen solchen Rüden einsetzen zu dürfen. Ja, ich durfte (an dieser Stelle möchte ich einmal ganz offiziell Frau Cooijmans, Zwinger van Tani Kazari, meinen Dank aussprechen), und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Aber – wie es wohl immer sein muss - die Unkenrufe wurden lauter: irgendwann würde/wird sich mein „Frevel“ sicher rächen! Wird er das? Welcher Frevel überhaupt? Ich begann, noch mehr Zeit in meine Recherchen zu investieren, und es kamen verblüffende Ergebnisse dabei heraus: bereits nach dem zweiten Weltkrieg haben namhafte deutsche Züchter auf Hunde aus Amerika (die ja wiederum großen Teils deutsche Wurzeln hatten) zurückgegriffen, so dass  in nahezu fast allen alten deutschen Linien amerikanisches Blut fließt, auch, wenn  die eifrigen Verfechter der deutschen Hunde das nicht mehr wahrhaben wollen. So taucht z.B. bei  "von der Folgenquelle" Hillane's Perry Ellis auf, dessen Mutter sogar eine ROTE Hündin (Wicksteed's Red Capuchin) war, und auch über Leopold vom Strothbach ist dort amerikanisches Blut eingeflossen, bei dessen Vorfahren ebenfalls die rote Wicksteed's Red Capuchin zu finden ist. Auch in der Linie "Mohrenköpfchen" findet sich "Amerika", und in "vom Lobbachtal" und "von der alten Veste" taucht des öfteren Ajax (Reiser-Baatz) auf, dessen Vater ein amerikanischer Zwerggriffon war ...


Tatsache ist auch, dass die "deutschen Linien" keinesfalls so gesund sind/waren, wie dargestellt wird. Und weitere Tatsache ist, dass der Affenpinscher durch den Einsatz der amerikanischen Importhunde nicht nur besser im Typ steht (was  nahezu jede Richterin/jeder Richter auf nahezu jeder Ausstellung feststellt), sondern vor allem auch gesunder ist (z.B. in Bezug auf Probleme mit dem Bewegungsapparat). Hinzu kommt, dass diese Tiere vom Wesen her frei und umgänglich sind - ein nicht zu vernachlässigender Aspekt in der heutigen Zeit, in der Hundehaltung allgemein immer schwieriger wird. Weiterhin wird von bestimmter Seite aus darauf hingewiesen, dass die Nasenrückenlänge eines Affenpinschers ungefähr der Breite von zwei Fingern entsprechen soll. Tatsache ist, dass der Standard einen kurzen, geraden Nasenrücken verlangt. Affenpinscher mit solchen Nasenrücken haben keinerlei Atmungsprobleme - ein von mir gezüchteter Rüde stieg innerhalb eines halben Jahres in der Agility vom Level A1 in die "Königsklasse" A3 auf und läuft  um die 4 m/sec - das kann kein Hund, der nicht gesund ist und frei atmen kann. 

 

Übrigens... bei den etablierten amerikanischen Zwingern wird schon längst nichts mehr - wie immer behauptet - eingekreuzt - warum auch? Es gibt in den USA eine erstaunlich große rein gezüchtete AP-Population - schließlich sind die "Äffchen" dort nicht nur beliebte Familien-, sondern ebenso beliebte und begehrte Showhunde. Von "Vermehrern", die niedliche Mixe als irgendeine Rasse verhökern,  spreche ich hier nicht. Die gibt es diesseits und jenseits des "großen Teiches"...

Betrachtet man sich den viel geschmähten AKC-Standard genauer, so unterscheidet er sich – bis auf ein Kriterium, nämlich das der zugelassenen Farben – nur äußerst minimal von dem der FCI. Und die Farbe: der bei der FCI niedergelegte Standard verlangt seit dem Jahr 2000 ausschließlich schwarz mit schwarzer Unterwolle (vorher wurde ein gräulicher oder rötlicher Anflug zugelassen bzw. wurde auf Ausstellungen nicht „bestraft“). Damit wurde der ohnehin schon Besorgnis erregende enge Genpool des Affenpinschers, dessen ursprüngliche Farben von grau über beige zu weizenfarbig und was weiß ich nicht alles, z.T. mit schwarzer Maske, reichten, weiter eingeschränkt. Ist es da wirklich so verwerflich, was „Amerika“ tut – nämlich auch andere, ursprünglich vorhandene Farben im Standard zuzulassen? Nein, keine Sorge, ich will nicht dafür plädieren, dass andere Farben als „Schwarz“ im FCI-Standard zugelassen werden. Einige deutsche Züchter haben gute schwarze Hunde, und das soll auch so bleiben. (Obwohl es genügend Nachfrage nach andersfarbigen AP gibt ). Aber ich werde mir nicht meinen Weg schlechtreden lassen, schon gar nicht von Leuten, die „amerikanischen Standard“ gleichsetzen mit der Art und Weise, wie ein Hund zurecht gemacht ist. Und: ich schätze eine offene Diskussion. Hinter meinem Rücken agierende Leute, die dazu noch anonyme Schmähbriefe verschicken, disqualifizieren sich selber.




 
Kesser Kobold - fast vergessen
Diese Seite ist einer Hunderasse gewidmet, die gerade hier im Mutterland ihres Entstehens ziemlich in Vergessenheit geraten ist...
 
"
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=