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Artikel aus den Kieler Nachrichten

Aufgrund eingeschränkter technischer Möglichkeiten auf dieser Homepage kann dieser bemerkenswerte Artikel hier leider nur als reiner Text erscheinen - immerhin besser als gar nicht.
Unter dem Text ist aber ein Scan des Artikels zu finden.

Kieler Nachrichten – Tierfreund-Seite

18

Sonnabend, 20. Juli 2013

Nr. 167

 

Affenpinscher sind zur Rarität geworden

 

Eigentlich sind sie keine Schoßhunde, doch „sie wollen es gern sein“, schmunzeln Renate und Hartmuth Jegliewski. Das Ehepaar aus Landwehr hat vor zwölf Jahren sein Herz an diese kleine Hunderasse verloren – den „Diabletin Moustache“, den „kleinen Teufel mit dem Backenbart“, wie ihn die Franzosen nennen: den Affenpinscher.

 

Von Rainer Langholz

 

Der Affenpinscher ist eine der ältesten und fast unverändert erhaltenen Hunderassen Deutschlands. Ursprünglich wurde er für die Ratten- und Mäusejagd gezüchtet. Frühe Darstellungen zeigen bereits ein deutlich ähnliches Aussehen zu dem uns bekannten Affenpinscher. Einen Ahnen hat bereits Albrecht Dürer (14711528) auf seinen Holzschnitten dargestellt, weiß Hartmuth Jegliewski. Noch um 1900 herum war der Affenpinscher ein sehr beliebter kleiner Hund, dann wurde er mehr und mehr zur Rarität.

Die Züchter dieser Rasse sind eine kleine Gemeinschaft, berichtet Renate Jegliewski. In Deutschland sei, soweit sie wisse, in den nördlichen Bundesländern überhaupt kein Züchter zu finden.

Der genaue Ursprung des Affenpinschers ist kaum zu bestimmen: Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zeigen aber, dass es ihn in seiner heutigen Form schon damals gab. Möglicherweise ist er eine Zwergform des Prototyps eines drahthaarigen Schnauzers nordischen Ursprungs. Nordische Hunde, gepaart mit kleinen Pinschern oder kleinen mopsähnlichen Hunden aus Asien, wie sie nach Europa gekommen waren, sind vielleicht die Vorfahren des Affenpinschers. Die ersten Affenpinscher hatten noch einen längeren Fang. Erste Eintragungen von Affenpinschern reichen immerhin bis 1879 zurück. Allerdings wurden bis 1896 noch alle zu dieser Familie gehörende Hunde als Zwergpinscher zusammengefasst. Die Farben reichten von einfarbig gelblich, rötlich oder gräulichweiß bis dunkelgrau, von gräulich-schwarz bis reinschwarz. Eine scharfe Trennung zwischen dem Affenpinscher, dem Zwergpinscher und den Zwergschnauzern gab es erst mit der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs (PSK). Die Vermischung der Rassen wurde gestoppt, man besann sich wieder auf die alte echte Form.

Die Zahl der Affenpinscher, der kleinste seiner Gruppe, blieb allerdings stark hinter denen der anderen Rassen zurück. Die höchsten Zuchtzahlen mit durchschnittlich 50 Welpen im Jahr wurden zwischen 1920 bis 1940 erreicht. Auch Anfang der neunziger Jahre hatte man ähnliche Welpenzahlen. Mit etwa 30 Welpen im Jahr gehören die Affenpinscher inzwischen zu den Raritäten des PSK. Die Würfe sind in der Regel sehr klein. Gewöhnlich werden nur zwei Welpen pro Wurf geboren. Die Zuchtlinien seien zudem so eng, wissen Jegliewskis, dass man um das Aussterben der Rasse fürchten müsse.

Affenpinscher heißt der kleine Begleit- und Haushund allemal zu Recht: Sein kurzer Fang mit der schwarzen Knopfnase und der vorgeschobenen Unterlippe sowie gleichmäßig nach vorn gedrehte Klappohren, dunkle runde Augen, borstige Augenbrauen, Backen- und Kinnbart – das alles trägt zu seinem Namen bei. Der FCI-Standard (die Fédération Cynologique Internationale ist die Weltorganisation der Kynologie) beschreibt ihn als „eine liebenswerte Mischung von Unerschrockenheit, Hartnäckigkeit, Biederkeit und Anhänglichkeit, die sich im Wechsel von drolligem Erst und aufbrausender Leidenschaft zeigen können“. Und der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) legt noch drauf: „Der Affenpinscher hat einen vorzüglichen Charakter, mal von drolligem Ernst, mal von aufbrausender Leidenschaft. Er ist mutig, sehr wachsam, äußerst lebendig, verbunden mit absoluter Unbestechlichkeit und großer Liebenswürdigkeit. Affenpinscher sind sehr frech aber von rührender Anhänglichkeit zu ihrem Herrn, heißt es in der VDH-Beschreibung.

 
Er ist ein treuer Familienhund, gilt als sehr verspielt und gut verträglich mit Kindern. Affenpinscher vertragen sich in der Regel gut mit anderen Hunden, aber auch mit Katzen, wie Jegliewskis berichten. Früher hatten Renate und Hartmuth Jegliewski immer große Hunde – „alle immer schwarz“. Je weiter es Richtung Pensionierung ging und die großen Hunde leider starben, sagt der Kapitän (der 24 Jahre lang Lotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal war), schwenkte das Ehepaar nach einer viermonatigen Pause ohne Vierbeiner auf kleine Hunde um. Und die beiden waren mehr oder weniger zufällig auf den Affenpinscher gestoßen. Bei einem Züchter in der Eifel, der damals (2001) als einziger in Deutschland Welpen hatte, „verliebte ich mich aber in einen älteren Rüden“, schmunzelt Jegliewski. Er wurde ein „wunderbarer Gefährte“, schwärmt auch seine Ehefrau, der sich zudem sofort mit den beiden Katzen im Haus anfreundete. Die nächsten Affenpinscher waren wieder ältere Tiere – „wir waren in der Szene schon als Altenheim für Affenpinscher bekannt“, amüsiert sich das Ehepaar. Schließlich aber kamen doch noch junge Hunde nach Landwehr, „von denen man nicht so schnell wieder Abschied nehmen muss“. Mit ihrem Django (aus der Zucht Lakritznase) waren sie auch auf vielen Ausstellungen, allein schon, um die Rasse bekannter zu machen. Djangos Vater stammt aus der niederländischen Zucht Tani Kazari. Deren Züchterin Mieke Cooijmans ist auch Züchterin und Mitbesitzerin von Banana Joe, der unlängst in den USA für Furore sorgte (siehe untenstehenden Bericht). Sie hat viel für den Erhalt der Rasse getan, so Hartmuth Jegliewski. Zum Haushalt der Jegliewskis gehört auch der „ganz liebe“ Affenpinscher Dani (eigentlich: Darwin Maki Cak), „ein ungarischer Notfall“, dem es in Landwehr nun gut geht.Dani wurde aus schlechter Haltung in Ungarn gerettet.

 

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Banana Joe stach

2721 Konkurrenten aus

 

Affenpinscher Banana Joe hat im Februar die renommierte Westminster-Hundeshow in New York gewonnen. Der kleine Hund setzte sich in dem Schönheitswettbewerb für Hunde gegen zahlreiche Konkurrenten durch. Im Finale des vom West-minster-Club ausgetragenen Wettbewerbs musste sich Banana Joe letztlich gegen einen Deutsch Drahthaar, einen Foxterrier, einen American Foxhound, einen wuscheligen weißen Bichon Frisé, einen Portugiesischen Wasserhund und einen riesigen Bobtail behaupten.

Nachdem zunächst der Bobtail die Jubelrufe auf seiner Seite hatte und er auch eine Kategorie für sich gewann, holte Banana Joe schließlich den begehrten Titel „Best in Show“. Auch der Affenpinscher selbst schien ganz begeistert über seinen Sieg – auf das Siegertreppchen sprang er wie ein geborener Gewinner. Damit habe erstmals ein Affenpinscher bei der ältesten Hunde-Ausstellung der Welt den ersten Preis in der wichtigsten Kategorie geholt, berichteten US-Medien.

„Es ist einfach eine großartige Sache, eine Ehre für eine kleine Zucht mit einem so großen Herzen“, freute sich Ernesto Lara, der mit dem Hund unterwegs ist. Banana Joe sei ein kleiner Clown, aber auch sehr klug: „Er spricht Deutsch, Holländisch, Spanisch und Englisch.“ Nach drei Jahren in den USA soll Joe nun wieder in die Niederlande zurückkehren. „Er wird sich zuhause zur Ruhe setzen, dort wo er geboren wurde“, so Lara. Insgesamt traten 2721 Hunde aus 187 Rassen bei dem Wettbewerb an.


So sah die Zeitungsseite aus - erstklassig gemacht. Toller Text, tolle Fotos von Lakritznase Django (oben) und Dani!


 
Kesser Kobold - fast vergessen
Diese Seite ist einer Hunderasse gewidmet, die gerade hier im Mutterland ihres Entstehens ziemlich in Vergessenheit geraten ist...
 
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